Alternative Schulformen in Deutschland

Seit den siebziger Jahren wurde der Ruf nach weiteren Schulformen immer lauter. Viele Eltern wollten sich loslösen von den staatlichen Erziehungssystemen, aber wollten auch keine – oft sehr teuren – Privatschulen bezahlen. So entstanden seit dem einige Schulmodelle, die unter dem Begriff Alternative Schulformen zusammengefasst werden. Wir wollen hier einmal die wichtigsten vorstellen.

Waldorfschulen

Die Walddorfschulen folgen einem Konzept davon Rudolf Steiner, das in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Fundament ist die Waldorfpädagogik, die auf der educationtrends_edtechdepotanthroposophischen Menschenkunde beruht. Steiner wollte einen Gegenform zur Leistungsgesellschaft schaffen, die nicht die Qualifikations- und Selektionsanfoderungen zum Mittelpunkt hat, sondern die Erfordernisse der kindlichen Entwicklung. Wichtige Basis war dabei auch die Temperamentenlehre und die Dreigliederung des Menschen in Geist, Seele und Leib. Waldorfschulen legen großen Wert auch auf die künstlerische Entwicklung des Kindes und fördern diese intensiv. Die Schulen sind heute staatlich anerkannte Einrichtungen in freier Trägerschaft. Dadurch müssen auch Walddorfschulen die gleichen Abschlüsse wie staatliche Schulen anbieten. Statistiken zufolge machen etwa die Hälfte der Schüler das Abitur, acht Prozent die Fachhochschulreife und 33 Prozent den Realschulabschluss.

Montessorischulen

Das pädagogische Konzept der Montessorischulen wurde 1907 von Maria Montessori entwickelt und deckt die komplette Entwicklung des Kindes zum jungen Erwachsenen ab. Es geht davon aus, dass Kinder Baumeister ihrer selbst sind und geben den Schülern deshalb größmögliche Freiheiten im Unterricht. Gerade der Begriff Freiarbeit wird oft in Montessorischulen verwendet. Erwachsene, darunter eben auch Lehrer, sollen Verbündete sein, die das Kind unterstützen, ihm aber nicht sagen, welchen Weg es gehen soll. Sie müssen sich zurücknehmen und das Kind beobachten. Heute gibt es über 200 Grundschulen und etwa 150 Sekundarschulen, die nach dem Montessori-Konzept arbeiten. Sie sind in freier Trägerschaft udn staatlich anerkannt. Noch größer ist die Zahl von Kidnertagesstätten, die als Montessori-Einrichtungen arbeiten: Sie wird mit etwa 600 deutschlandweit angegeben.

Es gibt außerdem einen Bundesverband der Alternativschlen in Deutschland, in dem etwa 80 verschiedene Schulträger zuammengeschlosssen sind.